Wenn am Monatsende mehr Rechnungen auf dem Tisch liegen als Geld auf dem Konto, stellt sich eine Frage, die viele innerlich umtreibt, aber kaum jemand ausspricht: "Welche Schulden haben Vorrang und was passiert, wenn ich nicht alles bezahlen kann?" In diesem Beitrag bekommst du eine sachliche und ehrliche Antwort darauf.
Inhalt dieses Beitrags:
- Wenn das Geld hinten und vorne nicht reicht
- Warum die Reihenfolge beim Schuldenbegleichen entscheidend ist
- Welche Schulden zuerst bezahlen
- Miete hat Vorrang, was ein Mietrückstand wirklich bedeutet
- Priorität Strom und Heizung… Wann droht eine Sperrung und was kannst du tun
- Unterhalt, Steuern, GEZ, was Familien oft unterschätzen und was Konsequenzen hat
- Was wirklich warten kann… Ratenkredite, Handyvertrag, Versandhandel etc.
- Wenn du gar nichts mehr zahlst, was passiert? Ein ehrlicher Überblick
- Schulden priorisieren – so gehst du Schritt für Schritt vor
- Wann eine Schuldnerberatung weiterhilft und was du davon erwarten kannst
- Persönlich in Chemnitz oder ortsunabhängig online – Beratung, die zu deiner Situation passt
Wenn das Geld hinten und vorne nicht reicht
Es gibt Monate, da reicht das Geld einfach nicht.
- Die Miete ist fällig,
- der Abschlag für Strom und Gas kommt,
- die Ratenzahlung für den Kredit steht an und dein Konto zeigt dir eine Zahl, die all das gar nicht abdecken kann.
Was bei Zahlungsunfähigkeit passiert, ist bei vielen Menschen ähnlich:
- erst Schockstarre,
- dann das Gefühl, irgendwie durchzulavieren,
- Briefe nicht mehr zu öffnen,
- Anrufe nicht mehr anzunehmen.
"Wie kannst du nur…!", oder "Wie kann ich nur…!" Ja na klar sind solche Vorwürfe berechtigt, aber was nützt es dir? Auch wenn die (eigene) Verurteilung sehr hart ist, mit Schwäche oder Inkonsequenz hat das wenig zu tun. Im Übrigen ist das Ignorieren eine menschliche Schutzreaktion, die sich auf den ersten Blick anfühlt wie ein Ausweg und erst auf den zweiten Blick keinen wirklichen Ausweg bietet. Im Gegenteil, die finanziellen Sorgen verschwinden nicht, wenn Anschreiben von Gläubigern verschlossen in einer Schublade verschwinden.
Was du wissen solltest: In Deutschland stecken Millionen Menschen in irgendeiner Form in finanziellen Engpässen. Familien, Alleinstehende, Menschen mit geregeltem Einkommen, die durch einen Jobverlust, eine Trennung, eine Krankheit oder einfach durch schleichend steigende Kosten in Schieflage geraten sind. Nicht nur in Chemnitz sehen wir das Dilemma fast täglich. Meistens sind es Menschen, die funktionieren, nach außen alles im Griff haben und innerlich unter einem Berg aus Sorgen stecken.
Der erste Schritt ist nicht, alle Schulden auf einmal in Luft aufzulösen. Der erste Schritt ist, Ordnung in das Zahlenchaos zu bringen. Zu verstehen, was dringend ist und welche Zahlung warten kann. Zu wissen, welche Konsequenzen welche Nichtbezahlung hat. Und zu erkennen, dass du mit dieser Situation nicht allein bist. Es gibt Beratungsstellen, die dir dabei helfen können, ohne dich zu verurteilen.
Dieser Beitrag ist genau dafür gedacht. Nicht als schnelle Beruhigungspille, sondern als ehrlicher, strukturierter Überblick, der dir hilft, einen kühlen Kopf zu bewahren und die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Warum die Reihenfolge beim Schuldenbegleichen entscheidend ist
Viele Menschen versuchen in einer finanziellen Notlage, allen Gläubigern irgendwie gerecht zu werden. Ein bisschen hier, ein bisschen da, damit niemand böse wird. Das Motiv dahinter ist verständlich. Die Folge davon ist oft problematisch.
Denn nicht alle Schulden haben dieselben Konsequenzen, wenn sie nicht bezahlt werden. Ein Versandhandel, das mahnt, ist unangenehm. Ein Vermieter, der wegen Mietrückständen kündigt, ist existenzbedrohend. Der Unterschied ist enorm und er bestimmt, wie du dein knappes Geld einsetzen solltest.
Die Logik dahinter ist einfach, auch wenn sie sich im Stress des Alltags schwer umsetzen lässt. Schulden, deren Nichtbezahlung unmittelbar deine Wohnung, deine Strom-/Gasversorgung oder deine rechtliche Freiheit gefährden, haben Vorrang. Alle anderen kommen danach. Ich rate dir nicht, Gläubiger zu ignorieren. Ich lege dir vielmehr ans Herz - die Folgen einer Zahlungsunfähigkeit zu begrenzen und das Schlimmste zu verhindern.
In der Schuldnerberatung nennen wir das Schuldenpriorisierung. Es geht darum, eine klare Rangfolge aufzustellen.
Es geht nicht
- nach den Mahnungen, die am aggressivsten sind,
- nach Schuldenhöhe
- oder danach, wer am freundlichsten formuliert.
Es geht um rechtliche und soziale Konsequenzen. Wer diese Rangfolge kennt, ist auch in einer schwierigen Lage handlungsfähig.
Ein weiterer Grund, warum die Reihenfolge so wichtig ist:
Sie gibt dir das Gefühl zurück, die Kontrolle zu haben. Statt planlos zu reagieren, handelst du nach einem System. Das ist psychologisch betrachtet wirklich keine Kleinigkeit.
Wer einen Plan hat,
- schläft besser,
- denkt klarer
- und trifft bessere Entscheidungen.
Welche Schulden zuerst bezahlen
Das Bauchgefühl sagt oft:
- Bezahl den, der am lautesten mahnt.
- Oder den, vor dem du dich am meisten schämst.
- Oder den, der am längsten wartet.
Das sind verständliche Impulse, kluge Finanzentscheidungen sind es jedoch nicht.
Die Fachleute unterscheiden zwischen zwei Kategorien:
1. existenzsichernde Verbindlichkeiten und 2. nachrangige Verbindlichkeiten.
Zur ersten Kategorie gehören alle Schulden, bei denen ein Zahlungsverzug unmittelbar dazu führen kann, dass du
- dein Zuhause verlierst,
- ohne Strom oder Wärme dastehst,
- staatliche Zwangsmaßnahmen drohen
- oder dein Kind ohne Unterhalt auskommen muss.
Das sind:
- Miete,
- Heizkosten,
- Strom,
- Unterhaltsverpflichtungen,
- Steuerschulden
- und in manchen Fällen Sozialversicherungsbeiträge.
Zur zweiten Kategorie gehören Verbindlichkeiten, bei denen
- ein Zahlungsverzug unangenehm ist,
- Mahngebühren und Zinsen kostet
- und irgendwann auch rechtliche Konsequenzen haben kann.
Aber eben nicht sofort dein Leben auf den Kopf stellt.
Das sind:
- Ratenkredite bei Banken,
- Handyverträge,
- Onlinebestellungen,
- Versicherungen, die nicht unmittelbar lebensnotwendig sind.
Diese Unterscheidung ist der Kern jeder seriösen Schuldenberatung. Sie hilft dir nicht nur, dein Geld gezielter einzusetzen. Sie schützt dich davor, in einer ohnehin schwierigen Lage noch tiefer zu fallen. Und sie macht deutlich, welche Schulden zuerst bezahlt werden sollten. Das ist keine moralische Frage. Es ist eine sachliche.
Miete hat Vorrang, was ein Mietrückstand wirklich bedeutet
Die Miete ist die wichtigste monatliche Zahlung, die du leisten kannst. Das klingt simpel. Im Alltag wird sie aber oft aufgeschoben, weil der Vermieter "nett" ist oder weil man hofft, im nächsten Monat alles nachzuholen.
Was viele nicht wissen: Bereits zwei ausstehende Monatsmieten können in Deutschland zu einer fristlosen Kündigung führen. Das ist kein theoretisches Szenario. Das ist geltendes Mietrecht.
Eine fristlose Kündigung bedeutet:
- Räumungsklage,
- Gerichtsvollzieher,
- im schlimmsten Fall der Verlust der Wohnung.
Der Verlust der Wohnung ist die gravierendste Folge, die aus einer Schuldensituation entstehen kann.
Er zieht weitere Probleme nach sich:
- Obdachlosigkeit
- oder teure Übergangslösungen,
- ein negativer Eintrag bei der Schufa, der das Finden einer neuen Wohnung erheblich erschwert,
- und ein enormer psychischer Druck auf die gesamte Familie.
Wenn die Miete nicht vollständig bezahlt werden kann, gibt es trotzdem Handlungsmöglichkeiten. Ein frühzeitiges Gespräch mit dem Vermieter – bevor Rückstände entstehen – kann Zahlungsaufschübe oder Ratenzahlungen ermöglichen.
Was du noch tun kannst:
- Wohngeldberechtigung prüfen,
- Anspruch auf Kosten der Unterkunft im Rahmen von Bürgergeld klären,
- Sozialbehörden einbeziehen.
Das sind keine Almosen. Das sind Leistungen, auf die du möglicherweise einen gesetzlichen Anspruch hast.
In unserer Schuldnerberatung schauen wir uns genau an, welche dieser Möglichkeiten in deiner konkreten Situation greift. Das geht schneller, als du vielleicht denkst.
Priorität Strom und Heizung… Wann droht eine Sperrung und was kannst du tun
Energieschulden gehören zu den Verbindlichkeiten, die viele unterschätzen. Zumindest solange bis die Sperrungsankündigung im Briefkasten liegt. Strom und Heizung sind in Deutschland zwar als Grundversorgungsgüter geschützt, aber dieser Schutz hat Grenzen.
Ein Energieversorger darf den Strom sperren, wenn Rückstände von mindestens 100 Euro bestehen und du trotz Mahnung nicht reagiert hast. Bei Gas und Fernwärme gelten ähnliche Schwellenwerte. Die Sperrung muss vier Wochen vorher angekündigt werden. Das gibt dir ein Zeitfenster, welches du nutzen solltest.
Was in dir in dem zeitlichen Rahmen möglich ist:
- Ratenzahlungsvereinbarungen mit dem Versorger aushandeln,
- staatliche Unterstützung prüfen, zum Beispiel über das Jobcenter oder das Sozialamt, wenn du Bürgergeld beziehst oder beziehen könntest,
- Energieberatungsstellen einschalten
- oder in akuten Notlagen auch Zuschüsse über Stiftungen oder kommunale Härtefallfonds beantragen (Härtefallfonds bei Energieschulden, ist abhängig vom Bundesland, bedarf genauer Recherche des Betroffenen, keine pauschale Aussage möglich).
Familien mit Kindern haben in dieser Situation besondere Schutzrechte. Eine Sperrung, die das Wohl von Minderjährigen gefährdet, kann unter bestimmten Umständen verhindert oder aufgehoben werden. Das ist juristisch und sozialrechtlich kein einfaches Terrain.
Wichtig ist dennoch: Nicht abwarten, bis die Sperrung vollzogen ist. Der Moment, in dem die Ankündigung kommt, ist der Moment zum Handeln. Wer sich dann Unterstützung holt, hat deutlich mehr Spielraum als jemand, der wartet, bis das Licht ausgeht.
Unterhalt, Steuern, GEZ - was Familien oft unterschätzen und was Konsequenzen hat
Neben Miete und Energie gibt es eine dritte Gruppe von Verbindlichkeiten, die im Alltag leicht in den Hintergrund geraten, aber erhebliche Konsequenzen haben können:
- Unterhaltsverpflichtungen,
- Steuerschulden
- und der Rundfunkbeitrag.
Unterhalt ist gesetzlich vorgeschrieben. Wer Unterhalt schuldet – sei es für Kinder oder einen Ex-Partner – und nicht zahlt, riskiert nicht nur zivilrechtliche Vollstreckungsmaßnahmen. Im Extremfall kann auch ein Strafverfahren wegen Verletzung der Unterhaltspflicht eingeleitet werden. Unterhalt gehört damit zu den Schulden mit höchster Priorität, auch wenn er im Unterschied zur Miete keine unmittelbar sichtbare Folge wie eine Wohnungskündigung nach sich zieht.
Steuerschulden gegenüber dem Finanzamt sind ebenfalls ernst zu nehmen.
Das Finanzamt hat weitreichende Vollstreckungsbefugnisse:
- Kontopfändung,
- Lohnpfändung,
- Pfändung von Vermögenswerten.
Es gibt zwar die Möglichkeit, Stundungen oder Ratenzahlungen zu beantragen, aber nur, wenn man aktiv auf das Finanzamt zugeht und nicht schweigt.
Der Rundfunkbeitrag (im Volksmund oft noch GEZ genannt) wird von vielen als kleineres Übel gesehen. Er ist ABER es nicht.
Auch hier drohen
- Mahnverfahren,
- Vollstreckungsbescheide
- und letztlich Pfändungen.
Der Beitrag kann zwar unter bestimmten Voraussetzungen erlassen werden (bspw. bei Bürgergeld oder Grundsicherungsbezug), aber auch das erfordert einen aktiven Antrag.
Kurz gesagt: Diese drei Posten werden zu oft auf die lange Bank geschoben. Das ist verständlich, aber teuer.
Was wirklich warten kann… Ratenkredite, Handyvertrag, Versandhandel etc.
Jetzt kommt der Teil, der vielen Menschen zunächst kontraintuitiv erscheint. Es gibt Schulden, die warten können. Nicht weil sie unwichtig wären, nicht weil man sie ignorieren sollte, sondern weil ihre unmittelbaren Konsequenzen bei Zahlungsverzug deutlich geringer sind als bei den bisher genannten Kategorien.
Ratenkredite bei Banken und Sparkassen führen bei Verzug:
- zu Mahnungen,
- Verzugszinsen
- und irgendwann zu Schufa-Einträgen
- oder Klageschriften.
Das ist unangenehm und sollte mittelfristig gelöst werden. Aber kein Kreditinstitut kann dir innerhalb von Wochen die Wohnung nehmen oder den Strom abschalten. Die Vollstreckung eines Urteils dauert in der Praxis Monate bis Jahre.
Handyverträge, Streamingdienste, Onlinebestellungen beim Versandhandel…
Auch hier entstehen bei Nichtzahlung:
- Mahnkosten,
- Schufa-Einträge
- und Inkassoschreiben.
Auch das ist belastend. Aber es ist lösbar, ohne dass sich deine Wohnsituation oder deine Grundversorgung ändert.
Das bedeutet für dich: Wenn das Geld nicht für alles reicht, zahle zuerst Miete, Energie, Unterhalt und Steuern. Die Bank, das Handyunternehmen und der Versandhändler kommen danach. Schreib ihnen, wenn nötig, eine kurze sachliche Mitteilung, dass du dich in einer vorübergehenden Engpasssituation befindest und dich meldest. Das hält Eskalationen oft länger hinaus, als man denkt.
Wenn du gar nichts mehr zahlst, was passiert? Ein ehrlicher Überblick
Diese Frage stellen sich viele und kaum jemand traut sich, sie laut auszusprechen. "Was passiert eigentlich, wenn ich einfach gar nichts mehr zahle?"
Die ehrliche Antwort lautet: Es passiert einiges, und das meiste davon lässt sich verhindern oder zumindest abmildern, wenn du frühzeitig handelst.
Kurzfristig:
- Mahnungen häufen sich.
- Mahngebühren und Verzugszinsen kommen oben drauf.
- Gläubiger beauftragen Inkassobüros, die mit aggressiveren Schreiben arbeiten.
Das ist psychisch belastend, ändert aber zunächst nichts an der rechtlichen Lage.
Mittelfristig: Gläubiger können gerichtliche Mahnbescheide beantragen. Widersprichst du nicht innerhalb der Frist, wird daraus ein Vollstreckungsbescheid und der berechtigt den Gläubiger zur Pfändung.
- Kontopfändung,
- Lohnpfändung,
- Pfändung von Gegenständen sind dann möglich.
- Schufa-Einträge entstehen und bleiben jahrelang bestehen.
Längerfristig: Bei anhaltendem Zahlungsausfall und keiner erkennbaren Perspektive auf Besserung kann das Insolvenzverfahren ein geordneter Weg aus der Überschuldung sein. Die Privatinsolvenz dauert in Deutschland derzeit drei Jahre und endet mit der sogenannten Restschuldbefreiung* – einem echten, gesetzlich geregelten Neustart.
Was dieser Überblick zeigen soll: Es gibt immer noch Handlungsmöglichkeiten, auch wenn es sich im Moment nicht so anfühlt. Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Ausgang liegt sehr oft darin, ob sich jemand rechtzeitig Hilfe gesucht hat.
Schulden priorisieren – so gehst du Schritt für Schritt vor
Theorie ist das eine. Was aber tust du konkret, wenn du heute Abend am Küchentisch sitzt und nicht weißt, was du zuerst bezahlen sollst?
Hier ist ein pragmatischer Einstieg:
Schritt 1: Verschaffe dir einen Überblick.
Schreib alle Schulden und offenen Rechnungen auf. Egal wie unangenehm das ist. Nur wer weiß, womit er es zu tun hat, kann handeln.
Konto, Briefe, E-Mails: alles auf einen Blick.
Schritt 2: Sortiere nach Dringlichkeit.
Oben: Miete, Strom, Heizung, Unterhalt, Steuern etc.
Unten: Ratenkredite, Handyvertrag, Versandhandel, Abo-Dienste etc.
Schritt 3: Prüfe, wo staatliche Unterstützung möglich ist.
- Wohngeld
- Bürgergeld
- Kinderzuschlag
- Sozialhilfe
Viele Leistungen werden nicht beantragt, weil die Berechtigten sie nicht kennen oder sich schämen. Das ist verständlich. Aber es kostet dich unter Umständen Hunderte Euro im Monat.
Schritt 4: Kommuniziere mit deinen Gläubigern.
Wer schweigt, bekommt den nächsten Mahnbescheid. Wer sich meldet und sachlich erklärt, dass er sich in einer Notlage befindet, hat oft mehr Spielraum, als er denkt.
- Ratenzahlungen
- Stundungen
- Vergleiche –> das sind echte Optionen.
Schritt 5: Hol dir Unterstützung.
Nicht, weil du es allein nicht kannst. Aber kennst du wirklich jeden Fallstrick, über den du nicht zusätzlich noch stolpern solltest? Eine Außenperspektive, fachliches Wissen und Erfahrung mit genau solchen Situationen machen den Unterschied zwischen einem langen Leidensweg und einem geordneten Weg nach vorn.
Wann eine Schuldnerberatung weiterhilft und was du davon erwarten kannst
Eine Schuldnerberatung ist kein letzter Ausweg für den absoluten Notfall. Sie ist ein sinnvoller Schritt, sobald du merkst, dass du den Überblick verlierst, dich die Schuldensituation emotional belastet oder du nicht weißt, welche Briefe du öffnen und wie du reagieren sollst.
Was eine gute Schuldnerberatung leistet:
- Sie schafft zunächst Klarheit. Welche Schulden bestehen überhaupt, bei wem, in welcher Höhe, mit welchen Fristen?
- Dann folgt die Priorisierung – genau das, was dieser Beitrag beschreibt, aber individuell auf deine Situation zugeschnitten.
- Anschließend werden Handlungsoptionen erarbeitet: Verhandlungen mit Gläubigern, Prüfung staatlicher Leistungen, Vorbereitung auf ein mögliches Insolvenzverfahren, wenn das der richtige Weg ist.
Was du in einer guten Schuldnerberatung nicht erwartest kannst:
Verurteilung, Herablassung oder das Gefühl, du hättest irgendetwas falsch gemacht, weil du in diese Lage geraten bist. Was eine Schuldnerberatung auch nicht macht, dir deine finanziellen Sorgen sofort und schon gar nicht - ohne deine Mitarbeit, einfach mal so nebenbei abnehmen. Zudem kannst du bei einer Schuldnerberatung keine Geldleistungen in Form von Darlehen beantragen, damit du schuldenfrei wirst.
Schulden entstehen aus dem Leben:
- aus Krankheit
- Arbeitslosigkeit
- Trennung
- schlechten Entscheidungen unter Druck
- oder einfach aus einer Kostenentwicklung, die das Einkommen überholt hat.
Der Unterschied zwischen einer Schuldnerberatung und einem Anwalt liegt oft darin, dass eine Beratung umfassender und zugänglicher ist. Ein Anwalt denkt in rechtlichen Kategorien und Mandaten. Eine Schuldnerberatung denkt in Lebenssituationen und findet Wege, die auch menschlich tragbar sind.
In unserer Schuldnerberatung nehmen wir uns die Zeit, die deine Situation braucht.
Persönlich in Chemnitz oder ortsunabhängig online – Beratung, die zu deiner Situation passt
Unsere Schuldnerberatung findet vor Ort in Chemnitz statt:
- für Menschen aus der Stadt,
- dem Erzgebirge,
- aus Mittelsachsen,
- Großraum Sachsen
- und (online) bundesweit.
Wer lieber persönlich kommt, ist willkommen. Wer nicht kann oder möchte, muss das nicht.
Denn Schuldnerberatung funktioniert heute auch ortsunabhängig. Via Zoom oder Teams, telefonisch oder per WhatsApp können wir genauso arbeiten wie in einem persönlichen Gespräch. Das nutzen Menschen aus ganz Sachsen, aber auch Familien und Einzelpersonen, die weit außerhalb der Landesgrenzen leben. Ob du in Dresden wohnst, in München oder in einem kleinen Ort ohne eigene Beratungsstelle – der Weg zu uns ist offen.
Das Online-Angebot ist kein Zufall. Scham und Angst führen oft dazu, dass Menschen keine Beratung suchen,
- weil sie nicht erkannt werden wollen,
- weil der Weg zur Beratungsstelle sich wie ein Eingeständnis anfühlt,
- weil der Alltag mit Arbeit, Kindern und Haushalt sowieso kaum Zeit lässt.
Mein Ansatz als Schuldnerberater ist deshalb eine Beratung von zu Hause aus, in einem ruhigen Moment, ändert das.
Ein erster Termin ist unverbindlich, was nicht automatisch bedeutet, dass dieser trotz Reservierung ohne vorherige Absage, ignoriert werden kann. Das erste Gespräch dient dazu, deine Situation kennenzulernen und dir einen ersten Überblick zu geben, was möglich ist. Kein Druck, sondern auf Augenhöhe.
Ganz wichtig: Ich, der Schuldberater Ulrich Freund - verspreche dir nichts, was ich nicht halten kann. Mein klares Ziel ist stets, dir zu helfen.
Du erreichst uns ganz einfach:
- Online-Terminbuchung
- telefonisch
- per WhatsApp
- via Teams/Zoom – bequem von zu Hause, ganz ohne Anfahrt.
Der erste Schritt muss kein großer sein. Manchmal reicht eine Nachricht.
Anmerkung: *Ein wichtiger Punkt: Nach drei Jahren bekommt du eine Restschuldbefreiung auf deine Schulden, außer auf strafbare Handlungen und Unterhaltsforderungen. Diese werden dir nicht erlassen.
Über den Autor: Ulrich Freund
Ulrich Freund ist Diplom-Betriebswirt und IHK-zertifizierter Schuldnerberater beim VfK e.V. Außenstelle in Chemnitz. Mit seiner langjährigen Erfahrung in der Wirtschafts- und Sozialberatung sowie seiner Expertise als zertifizierter Coach unterstützt er Privatpersonen und Unternehmer dabei, Wege aus der Überschuldung zu finden. Seine „FREUND-Methode“ verbindet fachliches Know-how mit einer wertschätzenden, menschlichen Begleitung.
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WhatsApp: +493713677723
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