🔺Gesetze, Urteile und Zahlen — was sich gerade ändert.
Creditreform 1. HJ 2026: Privatinsolvenzen auf neuem Höchststand – 5,67 Mio. Überschuldete
Der aktuelle SchuldnerAtlas zählt 5,67 Millionen überschuldete Erwachsene in Deutschland. Die Zahl der Privatinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 setzt den Anstieg der Vorjahre fort – für 2026 wird ein neuer Höchststand prognostiziert.
Digitalisierung der Zwangsvollstreckung: Neues Gesetz gilt ab 1. Oktober 2026
Der Bundestag hat das Gesetz zur Digitalisierung der Zwangsvollstreckung verabschiedet (BGBl. I 2026/152). Ab Oktober werden Pfändungen und Zustellungen digital abgewickelt.
12.900 Unternehmensinsolvenzen im H1 2026 – höchster Stand seit 2013
Das erste Halbjahr 2026 zählt 12.900 Unternehmensinsolvenzen (+7,8 % zum Vorjahr), mit einer Schadenssumme von 28,5 Milliarden Euro und rund 165.000 betroffenen Arbeitsplätzen.
Branchen-Hotspots: Gastronomie +27 %, Bau +24 %, Dienstleistungen +12,6 %
Die Insolvenzwelle trifft besonders Gastronomie und Beherbergung (plus 27 %), das Baugewerbe (plus 24 %) sowie das verarbeitende Gewerbe. Auch Dienstleistungen und die Kreativwirtschaft sind mit plus 12,6 % deutlich betroffen.
Neuer Schufa-Score 2026: Mehr Transparenz – vzbv sieht offene Fragen
Der neue Schufa-Score nutzt 12 Kriterien auf einer Skala von 100–999 und verspricht mehr Transparenz. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert jedoch, dass die Berechnungslogik weiterhin zu wenig offengelegt wird.
Inkasso 2026: Neue Rechtsprechung zur Kostentransparenz – Pauschalen werden abgewiesen
Gerichte verlangen zunehmend detailliertere Forderungsaufschlüsselungen von Inkassounternehmen – pauschale Positionen werden häufiger abgewiesen. Gleichzeitig gelten erhöhte RVG-Sätze.
BaFin Fokusrisiken 2026: Buy-Now-Pay-Later als neuer Überschuldungstreiber
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) identifiziert BNPL-Produkte und Kleinkreditketten als wachsendes systemisches Verbraucherschutzrisiko. Verschärfte Kreditwürdigkeitsprüfungen wurden eingeleitet.
BGH: Restschuldbefreiung – Klarstellung zu nicht befreiungsfähigen Schulden
Der Bundesgerichtshof hat präzisiert, dass deliktische Forderungen und Unterhaltsrückstände explizit nicht von der Restschuldbefreiung erfasst sind.