Wie eine Privatinsolvenz verläuft
Eine Privatinsolvenz dauert in Deutschland 3 Jahre und durchläuft folgende Phasen:
Inhalt dieser Seite:
- Vor dem Ablauf einer Verbraucherinsolvenz
- Warum ein geregelter Insolvenzablauf entlasten kann
- Die Phase vor dem Antrag einer Privatinsolvenz
- Durchführung des außergerichtlichen Verfahrens
- Die Antragstellung beim Insolvenzgericht
- Die Zeit nach der Insolvenz-Verfahrenseröffnung
- Pflichten und Mitwirkung während des Insolvenzverfahrens
- Die Wohlverhaltensphase im Alltag
- Die Restschuldbefreiung am Ende des Verfahrens
- Wie sich das Privatinsolvenzverfahren in der Praxis anfühlt
Vor dem Ablauf einer Verbraucherinsolvenz
Ein geregelter Insolvenzablauf entlastet
Die Phase vor dem Insolvenzantrag
Dazu gehören unter anderem:
- Zusammenstellung aller Forderungen
- Klärung der Einkommens- und Ausgabensituation
- Sichtung bestehender Vereinbarungen und laufender Maßnahmen
- Aufstellung aller Vermögen
Durchführung des außergerichtlichen Verfahrens
Ablauf des Einigungsversuchs
- Nachdem eine Übersicht über alle Gläubiger, die Schuldenhöhe, das Einkommen und das Vermögen erstellt wurde, wird ein Schuldenbereinigungsplan erarbeitet. Dieser Plan ist ein Vorschlag zur Begleichung, oft durch eine Einmalzahlung oder Ratenzahlung.
- Im Anschluss daran kommt es zur Verhandlung. Allen Gläubigern wird der Plan zur Abstimmung vorgelegt.
- Daraus resultiert ein Ergebnis:
- Erfolg: Stimmen alle Gläubiger zu, ist der Plan wirksam und das Insolvenzverfahren abgewendet.
- Scheitern: Lehnt auch nur ein Gläubiger den Plan ab, gilt der Versuch als gescheitert.
- Ergänzung: Wenn über 50 % der Gläubiger zustimmen, kann eine Zustimmungsersetzung durch das Gericht beantragt werden.
Die Antragstellung beim Insolvenzgericht
Die Zeit nach
- keine direkten Verhandlungen mehr mit Gläubigern
- klare Kommunikationswege
- nachvollziehbare Abläufe
- Keine Zahlung an Gläubiger (Ausnahme: Forderungen aus vorsätzlich unerlaubter Handlung).
Pflichten & Mitwirkung
Eine Privatinsolvenz erfordert aktive Mitwirkung. Bestimmte Pflichten sind einzuhalten, um den geregelten Ablauf zu gewährleisten.
- vollständige und wahrheitsgemäße Angaben
- Mitteilung relevanter Veränderungen (z.B. Umzug, Jobwechsel)
- Einhaltung der vereinbarten Obliegenheiten
Restschuldbefreiung
Am Ende des Verfahrens steht die Möglichkeit der Restschuldbefreiung. Sie markiert den rechtlichen Abschluss der Privatinsolvenz.
Wohlverhaltensphase
Wie sich das Verfahren
Unsere Haltung
(45 bis 60 Min., kostenfrei)
Ich höre zu, wir analysieren gemeinsam deine Situation und prüfen im Anschluss, ob eine Privatinsolvenz für dich sinnvoll ist. Du erfährst, welche Optionen du hast.
Du reichst deine Unterlagen ein (ich sage dir genau, was wir brauchen). Wir erstellen einen individuellen Plan und beantragen die Insolvenz beim Amtsgericht.
bis zur Schuldenfreiheit
Wir sind während der Schuldenregulierung kompetent an deiner Seite - bei Fragen, Problemen oder Unsicherheiten. Solange, bis du wieder schuldenfrei und selbstbestimmt handeln kannst.
Häufige Fragen zum Ablauf der Privatinsolvenz
Wie lange dauert eine Privatinsolvenz in Deutschland?
Eine Privatinsolvenz dauert derzeit 3 Jahre ab Eröffnung des Verfahrens. Nach Ablauf dieser Zeit und bei Einhaltung aller Pflichten wird die Restschuldbefreiung erteilt. Für Verfahren, die vor Oktober 2020 eröffnet wurden, galten noch längere Laufzeiten.
Was ist der außergerichtliche Einigungsversuch?
Vor dem eigentlichen Insolvenzantrag ist der außergerichtliche Einigungsversuch gesetzlich vorgeschrieben. Dabei wird allen Gläubigern ein Schuldenbereinigungsplan zur Abstimmung vorgelegt. Stimmen alle zu, ist das Insolvenzverfahren abgewendet. Scheitert der Versuch, wird die Bescheinigung darüber für den Antrag beim Amtsgericht benötigt. Als anerkannte Stelle nach § 305 InsO führen wir diesen Schritt durch und begleiten dich dabei.
Was passiert während der Wohlverhaltensphase?
Die Wohlverhaltensphase ist der Zeitraum nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens bis zur Restschuldbefreiung. In dieser Zeit gelten bestimmte Pflichten: Du musst einer zumutbaren Arbeit nachgehen, relevante Änderungen wie einen Jobwechsel oder Umzug melden und den pfändbaren Teil deines Einkommens abführen. Der Alltag bleibt dennoch weitgehend normal — Arbeit, Familie und persönliche Entscheidungen bleiben bestehen.
Wann bekomme ich die Restschuldbefreiung?
Die Restschuldbefreiung wird am Ende des Verfahrens vom Insolvenzgericht erteilt — in der Regel nach 3 Jahren, wenn alle Pflichten eingehalten wurden. Sie markiert den rechtlichen Abschluss der Privatinsolvenz und bedeutet: Die verbleibenden Schulden erlöschen. Ein schuldenfreier Neustart im rechtlichen Sinne beginnt.
Muss ich während der Insolvenz arbeiten gehen?
Ja — du bist verpflichtet, einer zumutbaren Erwerbstätigkeit nachzugehen oder dich aktiv darum zu bemühen. Bist du bereits beschäftigt, bleibt das Arbeitsverhältnis in der Regel unberührt. Dein Arbeitgeber erfährt nur dann von der Insolvenz, wenn eine Lohnpfändung besteht. Ansonsten bleibt die Beratung diskret.


