Was passiert, wenn du nicht zahlst?
Irgendwann ist er da, der Moment, wo deine Einnahmen einfach nicht mehr reichen. Erst geht die Miete oder Pacht ab, dann die werden die laufende Verbindlichkeiten abgebucht. Schlimmstenfalls ist noch ein Kunde in der Pipeline, der seine fällige Rechnung unpünktlich oder gar nicht zahlt. Und irgendwo dazwischen taucht kurz die Krankenkasse auf.

Thomas M. ist 39 Jahre alt. Er arbeitet wochentags als Außendienstmitarbeiter in einem kleinen Betrieb, der keine Firmenwagen stellt. Sein privates Auto ist sein Arbeitswerkzeug. Vor ein paar Wochen lag ein Schreiben vom Gerichtsvollzieher im Briefkasten, mit der Ankündigung eines Besuchs. Seitdem lässt ihn eine Frage nicht los: "Kann mir der Gerichtsvollzieher das Auto wegnehmen?"
Wie immer zu Jahresbeginn kursieren die tollsten Versprechen im Netz. Wir haben zwar schon April, aber das Internet vergisst nichts. Davor macht auch das Thema Überschuldung nicht halt. Eine Frage, die mir erst kürzlich ein Mandant stellte, verdutzte mich: "Welche drei Gesetze machen mich dieses Jahr schneller schuldenfrei?" Er habe dies im Internet gelesen und wollte natürlich davon profitieren. Ehrlich gesagt, war ich für den Moment irritiert. Gibt es wirklich Gesetze, die bestehende Schulden minimieren und welche Geheimtipps in der Schuldenregulierung habe ich, mit 17 Jahren Berufserfahrung in der Schuldnerberatung, verschlafen?
Am 20. November 2026 tritt in Deutschland das „Gesetz über den Zugang zu Schuldnerberatungsdiensten für Verbraucher in Kraft. Aktuell wird darüber kaum gesprochen, obwohl es Millionen Menschen direkt betrifft. Das Schuldnerberatungsdienstegesetz, kurz SchuBerDG, verankert erstmals gesetzlich, dass Menschen mit Schulden oder drohenden finanziellen Schwierigkeiten (Zahlungsunfähigkeit) einen Zugang zu einer unabhängigen Schuldnerberatung haben müssen.