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Wissenswertes | Schuldnerberatung Chemnitz

Ulrich Freund
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15. Mai 2026
Zugriffe: 17

Frühwarnsignale einer finanziellen Krise

Lass dich nicht gehen geh selbst Schuldnerberatung Chemnitz Selbstständige Freiberufler, Warnung, gelbes Schild mit Ausrufezeichen... als Selbstständiger oder Freiberufler. Finanzielle Krisen kommen nicht von jetzt auf gleich. Ganz im Gegenteil, sie bauen sich über Monate oder gar Jahre auf. Ja, den radikalen Kahlschlag gibt es, der einem die unternehmerischen Beine wegzieht, wenn ein solches Szenario auch eher die Ausnahme ist. Denn, betrachten wir die Situation näher, wird schnell deutlich, dass die kleinen Alarmsignale bereits im Vorfeld genau davor warnten. Oft ergibt sich dadurch ein anderes Gesamtbild. Nicht das, was du dir gewünscht hättest, schon klar. Aber darin liegt auch eine Chance. Wer die Signale kennt und sie früh ernst nimmt, hat mehr Möglichkeiten als jemand, der erst handelt, wenn die Vollstreckungsankündigung ungeöffnet in der Schreibtischschublade liegt.

Dieser Artikel beschreibt, woran du eine sich anbahnende Krise erkennst. Er zeigt die Warnsignale auf drei Ebenen, an einem durchgehenden Beispiel, und beschreibt am Ende, welche Wege offen sind, wenn du rechtzeitig handelst. Außerdem geht er auf eine rechtliche Grenze ein, die für viele relevant wird, sobald eine GmbH oder UG im Spiel ist.

 

Inhaltsverzeichnis

  • Warum eine Krise unbemerkt beginnt
  • Signale auf der betriebswirtschaftlichen Ebene
  • Signale auf der persönlich-finanziellen Ebene
  • Signale auf der psychologischen und Verhaltensebene
  • Was du jetzt tun kannst
  • Warnhinweis zur Insolvenzantragspflicht und Insolvenzverschleppung
  • FAQ: Isolvenz, Schuldnerberatung und Zahlungsunfähigkeit bei Selbstständigen & Freiberuflern

 

 

 

Warum eine Krise unbemerkt beginnt

Als Selbstständiger oder Freiberufler bist du es gewohnt, mit Schwankungen umzugehen. Gute und schwächere Monate gehören dazu, wie ein Großauftrag in letzter Minute, der die klaffende Lücke füllt. Aber auch säumige Kunden, die sich erst nach der zweiten Mahnung melden. All das und noch viel mehr, muss in dieser Zeitspanne abgepuffert werden. Diese Gewohnheit, Schwankungen abzufedern, kann zur Falle werden, weil sich dadurch die Schwelle zum „Brenzlig" verschiebt.

Anfangs bist du beunruhigt, wenn sowas passiert. Doch eh du dich versiehst, hast du dich an Zustände gewöhnt. Das Konto, das zum Monatsende auf null steht, ist kein Drama mehr. Die private Reserve, die für die Geschäftssteuer herhalten muss, ist schon okay. Die eine Lieferantenrechnung, die du seit drei Wochen schiebst, weil der Kunde noch nicht gezahlt hat: "Ist eben so!". Jedes Einzelne davon erscheint für den Moment überschaubar, was sich dennoch wie Kaugummi zieht.

 

➡️ Fallbeispiel: Andreas B., 46, selbstständiger Trockenbauer aus Chemnitz

(Zum Schutz unserer Mandanten wurden persönliche Angaben verfremdet.)

Andreas führt seit zwölf Jahren einen Ein-Mann-Betrieb. Er hat zwei feste Auftraggeber, einige Privatkunden und einen guten Ruf in der Region. Sein Geschäft lief lange stabil, selbst die Pandemie überstand er recht gut. Anfang 2024 verzögerte sich plötzlich die Zahlung eines größeren Bauträgers um drei Monate. Andreas überbrückte mit privaten Rücklagen. Im Sommer kamen unerwartete Preissteigerungen der Materialkosten dazu, die er bei laufenden Angeboten nicht mehr weitergeben konnte. Die Konsequenz folgte im Herbst. Zum ersten Mal verzeichnete ein Quartal rote Zahlen. Andreas dachte anfangs, das gleicht sich irgendwann aus. Diese Hoffnung biss sich fest.

 

 

Signale auf der betriebswirtschaftlichen Ebene

Die erste Ebene ist die nüchterne und für viele staubtrocken. Zahlen per se lügen nicht, auch wenn sie unbemerkt bleiben können, wenn niemand hinschaut. Bei einigen Selbstständigen und Freiberuflern ist das der Fall, weil die Buchhaltung oft nebenbei läuft und ein echtes Controlling fehlt. Selbst wenn ein Steuerberater oder externe Buchhaltungsdienstleistung in Anspruch genommen wird, hat das nichts zu sagen.

Ein klares Warnzeichen ist eine schrumpfende Liquiditätsreserve. Eine gesunde Reserve deckt mindestens zwei, besser drei Monatsausgaben ab. Wenn diese Reserve Monat für Monat zurückgeht und sich strukturell verflacht, ist das ein deutliches Signal.

Genauso heikel sind offene Forderungen, die schneller wachsen als die Umsätze. Wenn Kundenzahlungen auf sich warten lassen und die Forderungsliste länger wird, ohne dass parallel mehr Aufträge reinkommen, gerätst du in eine Schere zwischen Leistung und Bezahlung. Aus meiner Erfahrung heraus, betrifft das besonders Auftragnehmer aus der Baubranche, aus dem öffentlichen Sektor und aus Branchen mit langen Zahlungszielen.

 

Achten solltest du auf folgende konkrete Anzeichen:

  • Steuervorauszahlungen und Sozialabgaben werden aus dem laufenden Cashflow bestritten, weil keine Rücklagen mehr vorhanden sind
  • Der Dispositionsrahmen auf dem Geschäftskonto ist dauerhaft ausgeschöpft, statt als kurzfristige Notlösung
  • Mahnungen und Säumniszuschläge tauchen wiederholt auf, manchmal mehrmals pro Quartal
  • Die Steuererklärung wird Jahr für Jahr später eingereicht, weil das Ergebnis unangenehm sein könnte
  • Lieferantenrechnungen werden bewusst gestaffelt bezahlt, je nachdem, wen man unbedingt bei der Stange halten muss

 

➡️ Andreas hatte Ende 2024 einen dauerhaften Dispokredit über 9.000 Euro laufen. Drei Lieferanten mahnten regelmäßig. Eine Steuervorauszahlung musste er einmal stunden lassen, die nächste stand schon wieder vor der Tür. Er beruhigte sich, das sei in seiner Branche normal. Teilweise stimmt das sogar. Wenn die oben aufgeführten Punkte aber gleichzeitig auftreten und sich über Monate halten, ist es eine Krise im Anfangsstadium.

 

 

Signale auf der persönlich-finanziellen Ebene

Die zweite Ebene wird dann schon persönlicher. Bei Solo-Selbstständigen und Freiberuflern verschmelzen Privates und Geschäftliches stärker als bei größeren Unternehmensstrukturen. Genau deshalb sind die persönlichen Signale oft die deutlichsten von allen.

Die Privatentnahmen, wenn du dir überhaupt Lohn zahlst, reichen nicht mehr für deine Lebenserhaltung, Miete, Versicherungen, Krankenkassenbeiträge etc. Parallel schiebst du private Rücklagen (Sparbuch, Lebensversicherung, das angesparte Tagesgeld) in den Betrieb. Wer Privatvermögen in den Betrieb buttert, um geschäftliche Engpässe zu decken, vermischt zwei Risikobereiche, die aus unterschiedlichen Gründen getrennt sein sollten. Klar, ist das nicht verboten und erscheint irgendwie logisch. Sinnvoll ist es aber selten.

 

Weitere typische Anzeichen sind:

  • Private Kreditkarten und Konsumkredite kommen ins Spiel, oft mit den höchsten Zinssätzen im Finanzhaushalt
  • Familie und Freunde helfen finanziell aus, häufig ohne schriftliche Vereinbarung und ohne Rückzahlungsplan
  • Krankenkassenbeiträge, Strom oder Miete werden erstmal nicht gezahlt, weil die Kosten als verhandelbar eingestuft werden
  • Versicherungen werden gekündigt, um die Monatslast zu senken, oft genau die, die im Ernstfall wichtig wären

 

➡️ Andreas hatte im Frühjahr 2025 seine private Lebensversicherung beliehen, 12.000 Euro. Eine private Kreditkartenrechnung lief auf 4.800 Euro. Seine Mutter gab ihm 5.000 Euro, ohne festen Rückzahlungstermin. Die Krankenkassenbeiträge waren zwei Monate offen. Er hatte das alles im Kopf, aber an keiner Stelle aufgeschrieben. Auf die Frage, wie hoch seine Gesamtverbindlichkeiten seien, antwortete er im ersten Beratungsgespräch mit „so um die 20.000 vielleicht". Tatsächlich waren es über 38.000.

 

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Signale auf der psychologischen und Verhaltensebene

Die dritte Ebene ist etwas heikel und verkriecht sich gern unter dem Teppich. Sie ist aber häufig der zuverlässigste Indikator dafür, dass aus einer wirtschaftlichen Lage eine persönliche geworden ist.

Am Anfang wird oft ein großer Bogen um den Briefträger oder den Briefkasten gemacht. Post von der Krankenkasse, vom Finanzamt, von der Bank werden bestenfalls geöffnet, aber nicht wirklich gelesen. Manche Eingangspost wird mit der Zeit gar nicht mehr geöffnet. 

Das Telefon klingelt, bei unbekannter Nummern wird nicht reagiert, weil ein Inkasso dahinter stecken könnte. Irgendwann klingeln auch bekannte Nummern vergeblich, weil sie etwas wollen könnten, was gerade unmöglich ist.

Körperlich zeigt sich der Druck häufig in Schlafproblemen, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden. Wer dauerhaft mit ungelösten Finanzproblemen lebt, hat eine messbare Stressreaktion, die sich nicht wegrationalisieren lässt.

 

Im Verhalten zeigt sich die Krise außerdem in folgenden Mustern:

  • Kunden mit überfälligen Rechnungen werden lange angemahnt, manchmal über Wochen, weil die Hemmschwelle hoch ist
  • Die Buchhaltung wird aufgeschoben, weil die Zahlen darin unangenehm sein könnten
  • Verabredungen werden abgesagt, weil sie Geld kosten würden
  • Familienfeste und Netzwerktreffen werden gemieden, weil unbequeme Fragen aufkommen könnten
  • Berufliche Kontakte, die helfen könnten, werden vernachlässigt, gerade die, die helfen würden

 

➡️ Andreas öffnete seine Geschäftspost im Sommer 2025 nur noch einmal pro Woche, sonntagabends, mit einem Glas Wein. Drei Kunden mit überfälligen Rechnungen rief er über Monate nicht an, obwohl er es sich immer wieder sonntags vorgenommen hatte. Seine Frau merkte, dass er nachts wach war, fragte aber nicht direkt. Andreas dachte, er habe alles unter Kontrolle. Wie ein Kind, welches sich die Augen zuhält und sich unsichtbar fühlt.

 

 

Was du jetzt tun kannst

Wer eines oder mehrere dieser Signale bei sich erkennt, hat schon das Wichtigste getan - hingeschaut. Das klingt an dieser Stelle vielleicht zu klein, zu banal, ist es aber nicht. Hinschauen ist das eine, die Arbeit danach, das andere. Je früher du damit beginnst, desto schneller hast du die Unannehmlichkeiten hinter dir.

Eine vollständige Übersicht aller Verbindlichkeiten, aller offenen Forderungen und aller laufenden Kosten gehört an den Anfang. Nutze dafür gern diese Liste: Download Gläubigerliste.

Es ist übrigens normal, dass beim Aufschreiben Posten auftauchen, die im Kopf längst nicht mehr präsent waren. Genau deshalb ist diese Übersicht so unbequem und so wichtig.

Im zweiten Schritt geht es darum, mit den wichtigsten Gläubigern zu sprechen, bevor sie aktiv werden.

  • Finanzamt
  • Krankenkasse
  • Bank
  • Hauptlieferanten

Wer aus eigenem Antrieb auf seine Gläubiger zugeht, hat fast immer bessere Verhandlungschancen als jemand, der wartet, bis die Mahnung gelb wird.

 

Reale Optionen sind:

  • Stundung
  • Ratenzahlung
  • Reduzierung der Steuervorauszahlungen

 

Eine einfache Liquiditätsplanung sortiert deine momentane Lage. Eine Aufstellung, die für die nächsten drei bis sechs Monate zeigt, was eingeht, was rausgeht, wo Lücken sind und wo du noch Spielraum hast. Wer das zum ersten Mal macht, erschrickt häufig. Aber diese Vorgehensweise geht schnell in Fleisch und Blut über.

Eine externe Beratung lohnt sich. Das kann der Steuerberater sein, eine spezialisierte Wirtschaftsberatung oder eine Schuldnerberatung für Selbstständige und Freiberufler. Letzteres ist nicht erst sinnvoll, wenn die Insolvenz im Raum steht. Die karikativen Anlaufstellen sind jedoch überwiegend für Privatpersonen geeignet. Informiere dich im Vorfeld, ob du bei der AWO oder Caritas überhaupt ein Beratungsgespräch in Anspruch nehmen kannst.

Welche Lösung am Ende für dich passt, lässt sich nicht pauschal sagen. Im Artikel: Kostenpflichtige Schuldnerberatung: sinnvoll oder nicht? - habe ich das Thema näher beleuchtet.

 

Es gibt u.a.:

  • außergerichtliche Vergleiche mit Gläubigern.
  • Stundungs- und Ratenzahlungsvereinbarungen.
  • Sanierungspläne, die einen Betrieb in geordneter Form weiterführen.
  • die Regelinsolvenz mit Restschuldbefreiung nach drei Jahren, die für Selbstständige eine echte Option sein kann.

 

Welcher dieser Wege zu deiner Lage passt, hängt von viele Faktoren ab:

  • Höhe und Art der Schulden,
  • Beschäftigungssituation,
  • Familienverhältnisse,
  • geschäftliche Perspektive,
  • Vermögen,
  • Alter,
  • Gesundheit,
  • persönliche Ziele
  • etc.,

die in einem Artikel niemals abschließend beurteilbar sind.

Jede Selbstständigkeit hat ihre eigene Geschichte. Was bei einer Person der richtige Weg ist, kann bei einer anderen genau das Falsche sein. Genau deshalb gibt es individuelle Beratung, wie die unsere.

 

✅ Du möchtest einen Termin bei uns buchen? Sehr gern. Klicke auf folgende Link und du kommst direkt zum Onlinekalender: Hier Termin vereinbaren.

 

➡️ Andreas kam zu mir in die Beratung. Er war mittlerweile mit seinen Kräften ziemlich am Ende. Auch seine Ehe stand auf dem Spiel. Davon abgesehen realisierte Andreas, dass er seine finanzielle Krise nicht mehr unter Kontrolle hatte und jemanden an seiner Seite brauchte, mit dem er darüber reden konnte. Anfangs war er der Meinung, dass alles noch gar nicht so schlimm sei. "Ich bekomme das schon irgendwie hin", sagte er oft. Im Laufe des Gesprächs fiel seine Aussage und sein Irgendwie in sich zusammen. Wir haben gemeinsam seine Überschuldung in Angriff genommen. Seinen Betrieb musste er nicht an den Nagel hängen. Seine Privatleben stabilisierte sich. Natürlich waren die ersten Schritte holprig, aber er blieb dran. Schuldenfrei ist Andreas noch nicht, aber sein Neustart begann in dem Moment, als er sich Unterstützung suchte.

Seine Buchhaltung führt er jetzt gewissenhafter, denn in eine solche missliche Lage möchte er kein zweites Mal geraten.

 

 

Warnhinweis zur Insolvenzantragspflicht und Insolvenzverschleppung

An dieser Stelle ist eine Klarstellung wichtig, weil es viele Missverständnisse gibt. Die Insolvenzantragspflicht nach § 15a InsO mit ihrer Drei-Wochen-Frist und der Strafbarkeit bei Verschleppung gilt nicht für alle.

Nicht betroffen sind: Solo-Selbstständige, Freiberufler, Einzelunternehmer, Gesellschafter einer GbR, einer OHG, einer KG (sofern persönlich haftende Gesellschafter natürliche Personen sind). Wenn du als Freiberuflerin allein arbeitest oder als Handwerker mit Einzelunternehmen, bist du rechtlich nicht verpflichtet, einen Insolvenzantrag zu stellen. Du darfst es, aber du musst nicht.

Betroffen sind: Geschäftsführer einer GmbH oder UG, Vorstände einer AG sowie persönlich haftende Gesellschafter einer GmbH & Co. KG, wenn die Komplementär-GmbH selbst insolvenzreif ist. Wer als Geschäftsführer oder Vorstand einer dieser Gesellschaften feststellt, dass Zahlungsunfähigkeit eingetreten ist, muss ohne schuldhaftes Zögern einen Insolvenzantrag stellen, spätestens innerhalb von drei Wochen.

Bei Überschuldung gilt eine Höchstfrist von sechs Wochen. Diese Fristen sind Höchstwerte. Das Gesetz verlangt grundsätzlich sofortiges Handeln und erlaubt die Ausschöpfung der Frist nur, wenn parallel ernsthafte Sanierungsmaßnahmen laufen. Wer das versäumt, macht sich strafbar. Es drohen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren, bei Fahrlässigkeit bis zu einem Jahr. Hinzu kommt die persönliche zivilrechtliche Haftung gegenüber den Gläubigern.

Auch ohne Insolvenzantragspflicht gibt es für Solo-Selbstständige und Freiberufler andere strafrechtliche Risiken, etwa wegen Bankrott oder Betrug, wenn trotz erkennbarer Aussichtslosigkeit weiter Verbindlichkeiten eingegangen werden. Das ist keine theoretische Gefahr. Genau deshalb ist es so wichtig, frühzeitig die eigene Lage realistisch einzuschätzen, statt zu hoffen.

 

 

FAQ: Isolvenz, Schuldnerberatung und Zahlungsunfähigkeit bei Selbstständigen & Freiberuflern

Ab wann gilt man eigentlich als zahlungsunfähig?

Zahlungsunfähigkeit liegt nach § 17 InsO vor, wenn der Schuldner seine fälligen Zahlungspflichten nicht mehr erfüllen kann. Die Rechtsprechung geht davon aus, dass eine Liquiditätslücke von 10 Prozent oder mehr, die sich innerhalb von drei Wochen nicht schließen lässt, als Zahlungsunfähigkeit zu werten ist. Eine kurzfristige Zahlungsstockung ist davon zu unterscheiden.

 

Bin ich als Freiberufler verpflichtet, Insolvenz anzumelden?

Nein. Freiberufler, Solo-Selbstständige und Einzelunternehmer unterliegen keiner Insolvenzantragspflicht nach § 15a InsO. Diese Pflicht trifft ausschließlich Geschäftsführer von Kapitalgesellschaften wie GmbH, UG oder AG sowie bestimmte Personengesellschaften mit juristischen Personen als persönlich haftenden Gesellschaftern. Eine frühzeitige Beratung bleibt trotzdem sinnvoll, weil andere strafrechtliche Risiken bestehen können.

 

Wann sollte ich zur Schuldnerberatung gehen, vor oder nach der ersten Mahnung?

Idealerweise davor. Eine Beratung ergibt schon dann Sinn, wenn die Anzeichen einer Krise sichtbar werden, lange bevor Mahnungen kommen. Je früher der Termin, desto mehr Optionen stehen offen. Wer wartet, bis die Vollstreckung läuft, hat weniger Spielraum, weil viele Verhandlungsfenster bereits geschlossen sind.

 

Was kostet eine Schuldnerberatung für Selbstständige und Freiberufler?

Das hängt vom Anbieter ab. Staatlich anerkannte Stellen wie Verbraucherzentralen oder kirchliche Träger arbeiten nur für Verbraucher kostenlos, haben aber häufig lange Wartezeiten und sind in vielen Bundesländern für Selbstständige eingeschränkt zuständig. Freiberufliche Schuldnerberatungen wie Wirtschafts- & Sozialberatung Freund in Chemnitz arbeiten honorarbasiert, dafür mit kurzfristigen Terminen und individueller Betreuung. Welche Variante passt, hängt von Dringlichkeit und persönlicher Situation ab.

 

Verliere ich meinen Betrieb, wenn ich Insolvenz anmelde?

Nicht zwangsläufig. Bei der Regelinsolvenz für Selbstständige und Freiberufler kann die selbstständige Tätigkeit unter bestimmten Voraussetzungen fortgeführt werden, wenn sie wirtschaftlich vertretbar ist. Die Entscheidung trifft das Insolvenzgericht im Zusammenspiel mit dem Insolvenzverwalter. Eine Restschuldbefreiung ist nach drei Jahren möglich, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

 


 

 

Über den Autor: Ulrich Freund

Ulrich Freund ist Diplom-Betriebswirt und IHK-zertifizierter Schuldnerberater beim VfK eV, Außenstelle Chemnitz. Mit seiner langjährigen Erfahrung in der Wirtschafts- und Sozialberatung sowie seiner Arbeit als zertifizierter Coach begleitet er Menschen in finanziell schwierigen Lebenssituationen – vom privaten Haushalt bis zum selbstständigen Unternehmer. 

Mit der von ihm entwickelten FREUND-Methode verbindet er fachliche Analyse mit klaren Strategien und einer wertschätzenden, menschlichen Begleitung. Wenn du als Privatperson, Selbstständiger oder Freiberufler in Sachsen eine Schuldnerberatung suchst, kannst du deinen Termin einfach online buchen. Du bist dabei flexibel, bleibst anonym nach außen und musst nicht mit langen Wartezeiten rechnen. Jede Minute, die du nicht im Wartezimmer verbringst, kannst du direkt für deinen Weg aus den Schulden nutzen. Ulrich Freund begleitet dich dabei durch den gesamten Prozess, von der Anstragstellung bis zur Entschuldung. Stets respektvoll, diskret und auf Augenhöhe.

Homepage: www-wiso-chemnitz.de

WhatsApp: +493713677723

 

 

Privatinsolvenz: Mehr zu dem Thema erfährst du in weiteren Blogbeiträgen

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  • Was passiert bei der Schuldnerberatung? Ablauf und Lösung.
  • Wann zur Schuldnerberatung?
  • Wie Schulden wirklich entstehen
  • Warum wir über Schulden sprechen müssen und warum gerade jetzt!

 

 

Quelle und Hintergründe

  • § 15a InsO (Antragspflicht bei juristischen Personen)
  • § 15b InsO (Zahlungen bei Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung)
  • § 17 InsO (Zahlungsunfähigkeit)
  • § 18 InsO (Drohende Zahlungsunfähigkeit)
  • § 19 InsO (Überschuldung)
  • § 283 StGB (Bankrott)
  • BGH-Rechtsprechung zur 10-Prozent-Schwelle bei Zahlungsunfähigkeit
  • Verbraucherzentrale: Schuldnerberatung für Selbstständige (Stand: 2026)
  • Bundesministerium der Justiz: Insolvenzantrag und Eröffnungsverfahren
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